2017 - Radfahren im Gelände - Osterferien 2017- ein Angebot der Gesundheitsbildung für Schüler

Das Radprojekt „Radfahren im Gelände“ entwickelte ich über fast 2 Jahrzehnte zu einem Angebot der Gesundheitsbildung. Dieses möchte auf der einen Seite die Schüler in ihrem Bewegungsbedürfnis unterstützen und auf der anderen Seite die Eltern über den Stand der Ausbildung der motorischen Fähigkeiten informieren. Somit erhalten die Eltern eine Orientierungshilfe an die Hand aktiv einseitige Über- bzw. Unterentwicklungen im muskulären Bereich zu vermeiden.
Was leistet dieses Gesundheitsangebot?
Der Kurs unterstützt die Schüler in der allgemeinen motorischen Entwicklung. Dazu gehören neben den Übungen des traditionellen Radsportabzeichens des Bundes Deutscher Radfahrer, allgemeine koordinative Übungen, den Deutschen Motorik-Test, Fahrten über natürliche Hindernisse und Schwimmübungen. Die Schüler erhalten zum Ende des Kurses ein Kilometersammelbuch zur Unterstützung eines weiteren selbständigen Trainings, einen Leistungsnachweise des Motorik-Testes. Die Eltern der Teilnehmer werden über den Entwicklungsstand ihres Kindes separat informiert. Weiterhin besteht in einer Nachfolgeveranstaltung der Triathlonabteilung der TSG Limbach das Triathlonabzeichen zu erwerben.

3. April 2017 – Erster Tag des Osterferienprojektes bike & swim
Heute trafen sich 16 Jungs im Alter von 8 – 14 Jahren zu einem sportlichen Ferienprojekt des Wiesbadener Schulsportvereins im Vereinskeller in der IGS Kastellstrasse.
Am Anfang stand die Vorbereitung des Motoriktest. Die Erfassung der Datenerfassung zur Ermittlung des BMI rief Zeichen der Verwunderung hervor.
Danach probierten wir uns in kleinen Schritten. Es ist gar nicht so einfach, wenn sich 17 junge Sportler gleichzeitig nach - Rechts - Links - Vor - Zurück bewegen. Dies kann manches Mal verschieden aussehen und ein Schmunzeln hervorrufen.
Danach ging es endlich aufs Mountainbike! Wir probierten uns an der ersten Aufgabe für das Radsportabzeichens des Bundes Deutscher Radfahrer. Slalom mit Kehrtwende. Dies war für uns unproblematisch. Somit blieb genügend Zeit für die ersten Versuche des langsamen Fahrens.
Wir üben das langsame Fahren. Wir trainieren die Hand-Auge- und Bein-Auge-Koordination und die Gesamtkörperkoordination.
Vor der Ausfahrt ins Gelände erprobten wir uns in der Zeichensprache der Radfahrer und dem Fahren in der Zweierreihe. Kurz vor der Abfahrt gab es natürlich einen Plattfuß. Dank der Fahrradwerkstatt der IGS Kastellstraße war dies Problem schnell behoben.
Auf dem alten Friedhof wurde es in der Mulde schön eng. 18 Mountainbiker schienen sich völlig unorganisiert rollend und springend durch die kleine Mulde zu bewegen.
Danach fuhren wir ins Nerotal. An den ersten natürlichen Hindernissen probierten wir uns drei Leistungsgruppen aus. Für die ambitionierten Vereinssportler des RSC Wiesbaden & der TSG Limbach war Simon Schmidt (ehemaliger Fahrer vom Team Kurzurlaub) ein willkommener Ansprechpartner.
Jetzt ging es auf weiter durch den Wiesbadener Stadtwald. Nach dem entspannten Checken der Strecke fuhr jeder der Biker in seinem Tempo auf den holprigen Waldwegen. Natürlich ließ es sich nicht vermeiden, dass das Bike auch mal getragen werden musste, wenn ein Baumstamm den Weg versperrte.
Mit knapp 12 Kilometern haben wir die ersten Kilometer für das Kilometersammelbuch gesammelt.
Das Radtraining beendeten wir mit einer kleinen Übung der Progressiven Muskelentspannung. Dies ist für bewegungsinteressierte junge Sportler gar nicht so einfach.
Für einen Teil der Radgruppe ging es noch zum Schwimmtraining ins Schwimmbad Kleinfeldchen. Dies starteten wir mit einigen kleinen koordinativen Übungen. Natürlich galt dies auch für das Schwimmtraining im Wasser beim „Hundepaddeln“ und dem „Seepferdchen“.








4. April 2017 – 2. Tag des Radprojektes
Heute ein paar Einblicke in unseren zweiten Kurstag.

Er begann wieder mit einem allgemeinen koordinativen Bewegungsangebot. Heute klappte es viel besser mit den linken und rechten Schritten, obwohl sie jetzt Kastanienbaum oder Mercedes hießen. 
Bei den Liniensprüngen kamen wir ins Schwitzen und hatten unseren Spaß.

Beim Motoriktest konnten wir unsere Kraftausdauer austesten. Unsere Tagesbestleistung waren 22 Sit-ups jeweils aus der Rückenlage.
Für den Sprint über die 20 Meter in der Halle setzte unser Schnellster mit 3,54 sec ein Achtungszeichen.

Danach hieß es Pause machen. Die Sonne genießen. Natürlich hielt es die Aktivsten nicht lange auf dem Stuhl. Zu verlockend sind die Stufen, die Wippe und die Rampen. Unbeobachtet probierten sich die ersten jungen Sportler beim langsamen Fahren aus. Für die 25 Meterstrecke benötigte unser Langsamster 2:35 Minuten.

Die Zeit verging wie im Flug. Somit bewegte uns die Frage, ob wir noch in den Wald kommen werden.
Natürlich lockte bei der Hinfahrt wieder die Mulde auf dem alten Friedhof. 
Die Mulde ist ein MUSS bei der Fahrt in den Wald.
Im ersten Geländeabschnitt versuchten wir uns wieder an den kleinen Hügeln in verschiedenen Leistungsgruppen.
Danach standen noch zwei Proberunden auf dem Plan für das 10-Kilometer Ausdauertraining mit dem Mountainbike. Die Leistungsabnahme für das Radsportabzeichen des BDR steht am Freitag an.
Auf dem Rückweg teilten wir uns in zwei Leistungsgruppen. Die Einen mochten es einfach hügeliger. Für ein Lächeln sorgte die Fahrt durch die Sushi-Mulde.

Meine Bewunderung galt an diesem Tag dem Sportler auf dem kleinsten Rad.
Für den letzten Anstieg fuhr er mit mir in der ersten Reihe unserer Zweierformation. Einfach entspannt zusammen ankommen, war die Idee. Ich bedachte nicht, dass er mit dem Trainer um die Wette bergauf fahren wollte. Seine Beine bewegten sich in einem Wirbelwind, welcher eine Geschwindigkeit von 18 km/h erzeugte.

Für einen Teil der Gruppe stand nun noch das Schwimmen auf dem Programm. Dabei machte das Kraulen wie ein Hund nicht nur uns Spaß. 








5. April 2017 - 3. Tag – die Kreativität sucht sich ihren Weg
Die jungen Sportler entdeckten heute im Hof verschiedene Materialien. Diese nutzten sie, um ihre Geschicklichkeit und Ganzkörperkoordination selbständig zu erproben.
Der Schwerpunkt des Motoriktest’s war die Erprobung der aeroben Ausdauer. Zusätzlich teste ich die Dehnfähigkeit der Beinmuskulatur, den Rückenstreckers und die Rumpfmuskulatur.
Radprojekt - Ganzkörperkoordination - selbstgebaute Geschicklichkeitsübungen
Zwei platte Reifen verzögerten die ersehnte Ausfahrt ins Gelände. 
Trotz unseres verspäteten Startes bewältigten wir mit dem Bike eine Runde von 14 Kilometern. Es kamen ebenfalls ein paar Höhenmeter dazu.
Der Trainingsschwerpunkt lag auf dem Kennenlernen des flachen Kurses für das Zeitfahren über 5 Kilometer. Nach dieser Trainingseinheit fanden wir noch Zeit für die Einführung in das Sprinttraining mit dem Bike.
Für den einen oder anderen jungen Sportler kommen zu den gemeinsamen 14 Kilometern noch zwei bis drei Kilometer selbständiges Techniktraining im Hof dazu.
Die Progressive Muskelentspannung leitete ich mit einigen Jungs im Freien im Sitzen durch.
Die Schwimmer entdeckten heute ebenfalls ihre kreative Seite. 
Einige versuchten das Schwimmen mit Abschleppen zu dritt. Die Zweier-Variante des Abschleppens bedeutet, der Vordermann krault mit den Armen, der Hintermann fasst dessen Beine und übernimmt somit selber die Beinarbeit.
Es galt einfach zu entdecken, was bei der Dreier-Variante mit dem Schwimmer in der Mitte passiert. Neugierig waren die Jungs, ob dies auch zu viert oder fünft geht?






6. April 2017 - 4. Tag - Mein Bild des Tages:

Die heutigen zusätzlichen Aufgaben des Deutschen Motoriktestes waren das Balancieren, und Liegestütze.

Dann ging es auch schon ins Gelände.
Unser morgendlicher Weg zur Trainingsstrecke führte über verschiedene Hindernisse in der Natur.
Wir legten die Normen im 200 Meter Sprinten und das 5 Kilometerfahren ab.

Der Sportler mit der kleinsten Ablauflänge finisht das 5 Kilometerzeitfahren auf befestigtem Weg. Diese Leistung wurde unterstützt durch das Verhalten jener Sportler, welche ihn mehrmals auf seinem Rundkurs überholten. Sie begleiteten ihn auf der letzten Runde. Dabei fuhren sie einfach neben ihm zur Ziellinie.
Dieses Bild mag ich für die Leistung der Jungs für die letzten 4 Tage einfach so stehen lassen.

Die Schwimmer wurden heute sogar zum Springen vom 3 Meter Brett eingeladen. 









7. April 2017 - 5. Tag – Meine Überschrift des heutigen Tages - „Von jedem ein bisschen“

Diese Worte kamen mir in den Sinn nach der 10 Kilometerfahrt im Gelände.

Mich schauten nach dieser Trainingseinheit zwei traurige Augen an. Diese versteckten sich hinter einer Sonnenbrille.

Dieses Sich-Verstecken passte überhaupt nicht zu den Reaktionen der Wanderfreunde, Jogger, Hundebesitzer und Biker, welche unser „kleines Rennen“ am Rande des Weges beobachteten. Sie erfreuten sich an dem bunten Bild der jungen Sportler und würdigten deren Leistungen mit einem erhobenen Daumen.
Diese Augen, welche sich hinter einer Sonnenbrille versteckten, passten nicht zu den erschöpften und freudigen Gesichtern der anderen Finisher.

Ein Teil der jungen Sportler ergoss sich in einem regen Wortschwall über das Erlebte auf den 12 Runden im Gelände. Jeder erlebte diesen Rundkurs mit einem langen Anstieg, einer Mulde in der Abfahrt und zwei spitzwinkligen Kurven irgendwie anders.
10 Kilometer - Ausdauertraining standen auf unserem Plan
Stunden später erfuhr ich von dem Gefühl des jungen Sportlers, welcher die Norm in der Stufe der Altersklasse 8-11 Jahre erfüllt hatte.(!)

Er spürte in sich „ein bisschen stolz und ein bisschen Traurigkeit“. Der Trainer in mir sah in dem Moment einfach nur das Kämpferherz.
Ein technischer Defekt zwang ihn zum teilweisen Absteigen, Schieben, Aufsteigen und Weiterfahren.
Was nutzt, in solchen Momenten der Spruch eines Trainers über Erfahrungen, welche mehrere Jahre alt sind? Später sah ich beim Schwimmen in zwei glückliche Kinderaugen. 

Der letzte Tag des Radkurses war irgendwie voller unerwarteter Energie.

Wir absolvierten die letzten Stationen des Motoriktests. Wir hatten Zeit für Tischtennis und Kicker.

Wir erfreuten uns neugierigen Kindergartenkindern, welche uns immer wieder fragten, was wir machen.

Wir fuhren 12 Runden im Gelände. Dabei erfreuten sich die Jungs am Wegwerfen der Trinkflaschen. Cool war es, wenn sie direkt vor den Füße des Trainers landeten.

Später wurde es als ein besonderes Wasser genossen.

Wie schön war es, dass es für den Rückweg eine Variante ohne Anstiege gab.

Eine gewünschte Runde progressive Muskelentspannung wurde ebenfalls gewünscht.

Auf die Schwimmer wartete als Mittagsessen die russische Küche.

Leider klappte es mit einem zweiten Mal Springen vom Dreier nicht.

An dieser Stelle schließe ich mein kleines Kurstagebuch.

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Jörg Pöse

Gesundheitsbildner - Sporttherapeut

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